Pflaumen – Multitalente in Sachen Verdauung und Prävention

Pflaumen (Prunus domestica) gehören zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und werden innerhalb dieser Familie dem Steinobst (Amygdaleae) zugeordnet.

Es gibt insgesamt sieben Unterarten der Pflaume, die praktisch in allen Klimazonen der Welt in zahlreichen Variationen vorkommen. Dies sind die

Zwetschgen (Prunus domestica subsp. domestica),
Halbzwetschgen (Prunus domestica subsp. intermedia),
Mirabellen (Prunus domestica subsp. syriaca)
und die weniger bekannten
Kriechen-Pflaumen (Prunus domestica subsp. insititia)
Edel-Pflaumen (Prunus domestica subsp. italica)
Spillinge (Prunus domestica subsp. pomariorum)
sowie die
Ziparten (Prunus domestica subsp. prisca)

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Reife Zwetschgen

Zwetschgen sind bekanntermassen Wunderwaffen in Sachen Verdauung. Dies ist u.a. den in ihnen enthaltenen Pektinen zu verdanken, wasserlösliche Ballaststoffe, die über eine hohe Wasserbindungskapazität verfügen, dadurch im Darm aufquellen und dort die sogenannte „Transitmenge“ erhöhen, d.h. das Stuhlvolumen steigt, Abfallprodukte (Stoffwechselschlacken) und Gifte werden gebunden und aus den entlegensten Winkeln des Darms abtransportiert. Auch die Zeit der Darmpassage sinkt, sodass schädliche Fäulnisprozesse gar nicht erst stattfinden können. Ein weiterer positiver Aspekt von Pektinen ist, dass sie durch ihren bakteriellen Abbau, die als Nahrungsquelle dienen, wird außerdem die Zusammensetzung der Darmflora günstig beeinflusst.

Sie enthalten darüberhinaus wie alle blauen Früchte und Gemüse Anthocyane, sekundäre Pflanzenstoffe, die das Immunsystem stärken und u.a. gegen Abwehrschwäche und Infektionen wirken, Entzündungen und Thrombosen sowie Krebserkrankungen vorbeugen.

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Biochemie für Interessierte:

Die Einteilung der sekundären Pflanzenstoffe erfolgt aufgrund ihrer chemischen Struktur. So werden z. B. unter “Polyphenole” Substanzen zusammengefasst, die auf der Struktur des Phenols basieren, aromatische Verbindungen mit mehr als einer gebundenen Hydroxylgruppe (-OH-Gruppe). Natürliche Polyphenole kommen in Pflanzen als Farbstoffe (Flavonoide, Anthocyane), Geschmacksstoffe und Gerbsäuren (Tannine) vor. Sie sollen die Pflanze vor Freßfeinden schützen oder durch ihre Farbe Insekten zur Bestäubung anlocken.

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Pflaumen enthalten wenig Eiweiss und Fett, dafür Carotin, die Vitamine B1 (Thiamin), B2 (Riboflavin), B6 (Pyridoxin), Niacin, Pantothensäure, Folsäure und Vitamin C, reichlich Spurenelemente, wie z.B. Eisen, Kupfer und Zink. Darüberhinaus wirken sie knochenstärkend, da Kalzium, Magnesium und Phosphor in einem günstigen Verhältnis zueinander stehen.

Die in den Pflaumen enthaltenen milde Fruchtsäuren fördern die Sekretion der Speicheldrüsen und des Magensaftes und wirken somit appetitanregend.

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Gesundheitstipps:

Getrockneten Pflaumen enthalten die Inhaltsstoffe in konzentrierter Form, so auch die Pektine. Sie haben deshalb auch eine höhere Fähigkiet, freie Radikale unschädlich zu machen. Gut verwertbare positive Zuckerarten verbessern den Energiehaushalt in unseren Zellen im Gehirn und im Körper. Der Fruchtzuckergehalt beträgt bis zu 25 Prozent.

Bei chronischer Verstopfung, Hämorrhoiden und Divertikeln fünf bis zehn Trockenplaumen abends einweichen und morgens nach dem Aufstehen zusammen mit dem Einweichwasser zu sich nehmen. Ca. 12 Trockenpflaumen decken bereits zwei Dritel des täglichen Ballaststoffbedarfs von 30 g.

Reife Pflaumen gründlich kauen und kein Wasser oder Säfte dazu trinken, da der wasserunlösliche Ballaststoff Zellulose, der in den harten Pflaumenhäuten enthalten ist, bei Menschen, die Vollwertkost nicht gewohnt sind, zu unerwünschten Gärungen und Blähungen im Darm führen kann.

Achtung:

Achten Sie darauf, dass Sie ungeschwefelte Trockenpflaumen zu sich nehmen. Auch Sorbinsäure sollte nicht darin enthalten sein. konservierte Trockenfrüchte fallen durch ihre hellere Färbung auf, sodass der Verbraucher an der hellen Farbe der Früchte den Eingriff häufig erkennen kann. Bio-Produkte, besonders Aprikosen und Äpfel, fallen durch ihre dunklere Färbung auf.

Weiter Gütesiegel bei Trockenfrüchten sind:

Das Gütesiegel “Rohkost-Qualität” Trockenfrüchte sollten das Gütesiegel: “Rohkost-Qualität” besitzen. Durch den engen Kontakt mit den Erzeugern, regelmäßige Analysen und Kontrollen der Produktionsmethoden und Handelswege wird sichergestellt, das kein Erhitzen über 40 Grad Celcius erfolgt und die Trocknung auf natürlichem Wege, an der frischen warmen Luft, geschieht. Dies alles sorgt dafür, dass die temperaturempfindlichen Enzyme, die besonders wichtig für den Vitalstoffgehalt von unserer Nahrung sind, erhalten bleiben.

Das Gütesiegel: “Frische” Das Gütesiegel: “Frische” besagt, dass die Trockenfrüchte nicht unsachgemäß gelagert werden, d. h. nicht wochenlang in den Regalen des Einzelhandels. Im Gegenteil: Der Kunde bezieht die Trockenfrüchte von Fachanbietern für Naturprodukte, auf kurzem und direktem Weg aus den kühl temperierten, auf die Erhaltung von Frische ausgelegten Lagerräumen. Dies ist ein eine weitere Stärke der Spezialversender von Nüssen oder Trockenobst. Dort werden die Früchte dann erst am Tag der Bestellung in passende Portionsbeutel gepackt und verschickt!

Dr. Heike Jürgens

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Quellen/weiterführende Literatur:

– https://de.wikipedia.org/wiki/Pflaume

https://de.wikipedia.org/wiki/Zwetschge

– https://de.wikipedia.org/wiki/Halbzwetsche

– https://de.wikipedia.org/wiki/Mirabelle

– https://de.wikipedia.org/wiki/Kriechen-Pflaume

– https://de.wikipedia.org/wiki/Edel-Pflaume

– https://de.wikipedia.org/wiki/Spilling

– https://de.wikipedia.org/wiki/Ziparte

– http://www.foodnews.ch/x-plainmefood/20_lebensmittel/Pflaumen.html

– http://www.topfruechte.de/2009/07/29/ballaststoffe-und-darmgesundheit-zwei-untrennbare-partner/

– https://de.wikipedia.org/wiki/Pektine

– https://de.wikipedia.org/wiki/Anthocyane

– http://www.topfruechte.de/2007/10/22/die-sekundaren-pflanzenstoffe-wunder-der-natur/

– http://www.topfruechte.de/2007/10/16/aronia-die-wenig-bekannte-beere-mit-gesundheitsfordernder-wirkung/

– http://www.topfruechte.de/2007/12/16/trockenfruchte-vitalstoffbomben-aus-der-natur/

– http://www.topfruechte.de/2007/12/06/trockenfruchte-konservierungsmethoden-auf-dem-prufstand/

– “Kursbuch gesunde Ernährung, Die Küche als Apotheke der Natur” von Ingeborg Münzing-Ruef, Heyne-Verlag, 2007, 608 Seiten

 

Der Bestseller endlich in aktualisierter Taschenbuchausgabe! Die Ernährungs-Expertin und Medizin-Journalistin Ingeborg Münzing-Ruef zeigt, welche Lebensmittel zur gesunden Nahrung zählen und wie diese vorbeugend und heilend wirken können. Sie klärt auf über Vorgänge des Stoffwechsels und der Verdauung, über Nährstoffdichte, Vitamine, Mineralien und die vielen Wirk- und Heilsubstanzen in der Pflanzennahrung. Ihre Ernährungstipps können Gesunden helfen, ihre Gesundheit zu bewahren, und anfällige Menschen dabei unterstützen, Abwehrkräfte zu entwickeln, vor allem gegen die zwei “großen Killer” unserer Zeit – Herzinfarkt und Krebs. Mit wertvollen Tipps für Einkauf und Lagerung sowie zahlreichen schmackhaften Rezepten.

– “Energie für alle Zellen” von Christian Wilhelm Echter, Kösel-Verlag GmbH, 2005, 278 Seiten

Gesundheit beginnt in der Seele

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– “E-Nummern: & Zusatzstoffe (GU Gesundheitskompasse)“ von Elmadfa Ibrahim, Erich Muskat, Doris Fritzsche, GRÄFE UND UNZER GmbH, 2. Auflage 2009, 96 Seiten

Kurzbeschreibung:

E-Nummern sind die heimlichen Lieferanten von Haltbarkeit, gutem Aussehen, Aromen und Geschmack der Lebensmittel. Sie stehen im Kleingedruckten auf dem Etikett von verarbeiteten und konservierten Lebensmitteln. Aber wie ungesund sind sie? Gerade Allergiker und andere gesundheitsbewusste Menschen wollen wissen, was sich hinter den E-Nummern in der Zutatenliste verbirgt. Namen, Herkunft und mögliche Nebenwirkungen aller in der EU zugelassenen Zusatzstoffe werden erklärt. Außerdem erfährt der Leser, welche Zusatzstoffe gemäß der EG-Öko-Verordnung für die Herstellung von Bio-Lebensmitteln erlaubt sind und in welchen Lebensmitteln überhaupt keine Zusatzstoffe enthalten sein dürfen.

Zu den Autoren:

Prof. Dr. Ibrahim Elmadfa ist Professor am Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Wien mit den Forschungsschwerpunkten Ernährung des Menschen und Lebensmittelsicherheit. Prof. Dr. rer. nat. Erich Muskat hat Pharnazie und Lebensmittelchemie studiert und im Fachgebiet Ernährung habilitiert. er ist Lehrbeauftragter und Honorarprofessor an der Universität Gießen sowie ehemaliger Chemiedirektor am Staatlichen Untersuchungsamt Mittelhessen, Gießen. Dipl. oec. troph. Doris Fritzsche hat Ernährungswissenschaften an der Universität Gießen studiert und war bis 1990 wissenschaftliche Mitarbeiterin von Prof. Elmadfa. Nach fünfjähriger Tägtigkeit als Diabetikerberaterin in einer diabetologischen Schwerpunktpraxis arbeitet sie jetzt als selbstständige Ernährungs- und Diabetikerberaterin.

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Naturprodukte:

Pflaumen, getrocknet, ohne Stein, ohne Konservierung, Frankreich

Französische Pflaumen, ohne Stein, ohne Konservierung

Lagerbedingungen:

Bitte lagern Sie Trockenfrüchte und Nusskerne möglichst kühl, trocken und in gut verschlossenen Behältern (wegen Motten), die Haltbarkeit beträgt dann bis zu einem Jahr.

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