Wirkungsmechanismen von Polyphenole bei der Krebsprävention

Obst und Gemüse, besonders Beeren, Trauben, Granatäpfel, Nüsse, Zimt und Kakaopulver stellen eine außergewöhnlich reichhaltige Quelle von Polyphenolen mit krebshemmenden Eigenschaften dar.  Sie enthalten Ellagsäure, Anthocyanidine und Proanthocyanidine (OPC) in hohen Konzentrationen, also Vitalstoffe, die sich in der Krebsprävention gerade in den letzten Jahren einen Namen gemacht haben.

Diese sekundären Pflanzenstoffe haben eine starke angiogenesehemmende Wirkung, d.h. sie wirken ähnlich wie Medikamente in der klassischen Medizin der Gefäßneubildung in Tumoren entgegen. In der Medizin wird dafür auch der Begriff: „Antiangiogenese“ verwendet. Dabei sollen Tumore regelrecht ausgehungert und vom Körper des Patienten „abgenabelt“ werden, indem die Neubildung und das Wachstum von Adern im umliegenden Gewebe der Tumoren verhindert wird. Diese werden jedoch gebraucht, wenn bösartige Tumore eine Größe von wenigen Millimeter überschreiten, da sie ohne diese zusätzlichen Adern die Krebsgeschwülste aus dem umliegenden Gewebe nicht mehr mit genug Sauerstoff und Nahrung versorgen können.

Diese Modellvorstellung des „Aushungerns“ entwickelte bereits in den siebziger Jahren der amerikanische Krebsforscher Judah Folkman. Gerade auch den Proanthocyanidinen wird ein großes krebshemmendes Potential vorausgesagt. Die Untersuchungen stehen noch am Anfang, doch die bisherigen Ergebnisse sind ermutigend. Zusätzlich zur starken angiogenesehemmenden Wirkung der Proanthocyanidine und Anthocyanidine spielt auch die Eignung als Antioxidantien bei der Krebsprävention eine besonderer Rolle.

Des weiteren wirken Anthocyanidine derart, dass es zu einem Stopp der DNS-Synthese und damit des Zellwachstums kommt, was den Zelltod der Tumorzellen durch Apoptose bewirkt. Dies bestätigen in vitro-Studien, in denen zu isolierten Tumorzellen bestimmte Anthocyanidine gegeben wurden.

Schematischer Ablauf der Apoptose (programmierte Zelltod)

Unter den phytochemischen Wirkstoffen, die in den Beeren u. a. naturbelassenen Lebensmitteln enthalten sind, ist die Ellagsäure wohl der Bestandteil mit der größten krebshemmenden Wirkung. Dabei verhindert die Ellagsäure die Aktivierung krebserregender Stoffe, die dann nicht mehr als Zellgifte agieren können. Sie verlieren dank der Ellagsäure die Fähigkeit mit der DNS, unserem Erbgut, zu reagieren. Mutationen, die Krebs auslösen können, werden somit unterbunden. Auch die Wirkungsweisen der Ellagsäure sind wie bei den anderen Polyphenolen auch, sehr vielfältig. Neben dem Unschädlichmachen von Zellgiften wirkt die Ellagsäure auch wie schon oben bei den anderen beiden Polyphenolen erwähnt hemmend auf die Angiogenese.

Ähnlich wie manche Bestandteile des grünen Tees wirkt auch die Ellagsäure fast ebenso effektiv im Kampf gegen bestimmte Prozesse, die zur Entstehung der Blutgefäße des Tumors führen, wie von der Pharmaindustrie entwickelte Moleküle.

Dr. Heike Jürgens

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Weiterführende Literatur/Quellen:

-http://de.wikipedia.org/wiki/Antiangiogenese

-http://de.wikipedia.org/wiki/Judah_Folkman

https://de.wikipedia.org/wiki/Apoptose

– „Krebszellen mögen keine Himbeeren, Nahrungsmittel gegen Krebsvon Prof. Dr. med. Richard Béliveau/ Dr. med. Denis Gingras, 216 Seiten, Kösel Verlag, München 2007

Krebszellen mögen keine Himbeeren - Beliveau/Gingras - (Kurkuma, Grüntee etc.)

Dieses Buch präsentiert die aufsehenerregenden Erkenntnisse zweier Molekularmediziner. Auf biochemischer Ebene haben sie den genauen Zusammenhang zwischen Ernährung und Krebs erforscht und können für Erkrankte sowie in der Vorbeugung erstmals verlässliche Anhaltspunkte für die tägliche Ernährung vermitteln. Ihre Untersuchungen zeigen zweifelsfrei, dass der Verzehr von ganz bestimmtem Obst und Gemüse ein Schlüsselfaktor zur Reduzierung des Krebsrisikos ist und sogar Mikrotumore auflösen kann. Außer Obst und Gemüse gehören zur optimalen Ernährung beispielsweise auch grüner Tee, Rotwein, Kurkuma oder Schokolade, die allesamt beachtliche Mengen krebshemmender Inhaltsstoffe besitzen. Diese und weitere geeignete Nahrungsmittel werden im vorliegenden Buch konkret erläutert. Ein anschauliches Informations- und Selbsthilfebuch mit vielen praktischen Tipps für den Alltag.

http://www.openpr.de/news/225910/Phenolsaeuren-sind-wichtige-Bestandteile-einer-vitalstoffreichen-Ernaehrung.html

-http://www.topfruechte.de/2007/10/17/ein-neu-entdeckter-vitalstoff-aus-der-natur-ellagsaure/

-http://www.topfruechte.de/2007/10/22/die-sekundaren-pflanzenstoffe-wunder-der-natur/

-http://www.topfruechte.de/2007/10/05/inhaltsstoffe-des-granatapfel-bremsen-prostata-und-brustkrebs/

– “Vitalstoffe gegen Krebs”, Was leisten Antioxidantien – Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente?“, Ralf Reglin-Verlag, 1998, 78 Seiten

Über die Autoren:

Dr. rer. nat. Susanne Krämer, Jahrgang 1965 hat im Fach Immunbiologie an der Universität in Würzburg promoviert. Sie ist Mitglied der Klinischen Forschergruppe LMU-Klinikum Großhadern München (Gentheraoie in der Onkologie) und hat eine Ausbildung zur Fachredakteurin durchlaufen. Heute arbeitet sie als freie Biologie- und Medizinjournalistin für verschiedene Fachzeitschriften. Dr. rer. nat. Rudolf Kunze, Jahrgang 1947 ist ebenfalls Naturwissenschaftler und hat an der Akademie der Wissenschaften in Berlin promoviert. Er hat als wissenschaftlicher Assistent im Institut für experimentale Pharmakologie an der Charite in Berlin gearbeitet und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Robert-Koch-Institut des Bundesgesundheitsamtes in Berlin und ist hier u. a. in der Aids-Forschung tätig. Er hat über 80 wissenschaftliche Publikationen geschrieben und ist seit 1989 geschäftsführender Gesellschafter der IMTOX, Privatinstitut für Immunbiologische Forschung GmbH, Berlin.

-http://www.topfruechte.de/2008/04/22/tumorzellen-beeintrachtigen-unser-immunsystem/

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