Walnussblättertee – Hilfe bei Magen-, Darm- und Hautproblemen

Im Jahre 2008 wurde der Walnussbaum (Juglans regia) als Baum des Jahres ausgezeichnet, weil sein Bestand seit Jahren kontinuierlich zurückgeht und er ernährungsphysiologisch herausragende Eigenschaften aufweist.  

Ursprünglich stammt der Baum aus Kleinasien, wächst aber heute in ganz Europa. Bereits im Mittelalter nutzte man die Blätter der Walnuss zu medizinischen Zwecken, weil ihr hoher Bitter- und Gerbstoffanteil eine zusammenziehende Wirkung bei Entzündungen der Schleimhäute aufweist. So wurden sie schon damals bei Magen- und Darmkatarrhen, Übelkeit und Durchfall eingesetzt. Darüberhinaus wirken sie harntreibend und reinigend und fördern auf diese Art und Weise die Ausscheidung von unerwünschten Stoffwechselprodukten. Sie lindern viele Hautprobleme wie Akne, Ekzeme, Herpes und Gürtelrose. Eine übermäßige Schweißbildung an Händen und Füßen wird gebremst und Menstruationsstörungen reguliert.

Für einen Walnusstee benötigen Sie folgende Zutaten:

– 2 TL fein geschnittene Walnussblätter (frische oder getrocknete)

– 1/4 l kaltes Wasser

Übergießen Sie die Walnussblätter mit dem kalten Wasser, erhitzen das Ganze und halten den Sud drei bis fünf Minuten am Sieden. Dann abseihen. Zwei- bis dreimal täglich eine Tasse trinken. Bei entzündetem Mundraum können Sie den Tee auch zum Gurgeln benutzen. In der Volksmedizin wird der Tee auch bei Gallenleiden und Gelbsucht eingesetzt. er hilft auch Menschen, die stark verschleimt sind und unter Lymphstauungen leiden, bei denen die Drüsen häufig anschwellen.

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Prof. Dr. R. F. Weiß empfiehlt bei kindlichen Dermatosen Walnussblätter zusammen mit Stiefmütterchen (Herba Violae tricoloris) 1 : 1 zu mischen. Davon sollen zwei TL der Mischung mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen werden. Ziehen lassen und anschließend abseihen. ————————————————————————————

Zur Zubereitung eines Sudbades bei schwitzigen und gestressten Füßen nehmen Sie entsprechend mehr Walnussblätter und lassen das Ganze dann ca. 20 Minuten kochen. Nach dem Abkühlen können Sie den Sud dann für Ihr Fussbad nehmen. Er ist ebenfalls für eine Ganzkörperabreibung bei Hitzewallungen geeignet und kann auch zur Zubereitung eines Sitzbades (1 EL pro Liter Badewasser) bei Hämorrhoiden herangezogen werden.

Sebastian Kneipp empfiehlt für eine Badeanwendung bis zu einem Kilo! frische Nussblätter oder auch die Schalen der Walnüsse für ein Vollbad. Diese sollen in einem alten, nicht metallischen Topf oder hitzebeständigem Glasgefäß eine dreiviertel Stunde lang abgekocht werden. Anschließend abseihen und ins Badewasser geben. Für Teilbäder soll entsprechend weniger genommen werden. Da der Sud stark färbt (der Inhaltsstoff Juglon wird als natürlicher Farbstoff u. a. für die Haar- und Hautfärbung herangezogen) ist ein Abduschen nach dem Baden erforderlich. Auch Spritzer des Badewasser sollten möglichst vermieden werden.

Eine entsprechende Rezeptur aus Südtirol, die Bäuerinnen heute noch ihren gicht- oder rheumakranken Männern angedeien lassen, klingt etwas einfacher in der Anwendung. Darin werden für ein Vollbad 250 g Nussblätter in drei Litern Wasser eine Viertelstunde lang ausgekocht und den Absud dem Badewasser zugesetzt. Die grünen Nussschalen sind darüberhinaus reich an Vitaminen, Chlorophyll und vor allem Gerbsäure und wurden schon in der Heilkunde der Antike bei Karies empfohlen. Plinius riet, sie bei Karies zu kauen. Aus dem Mittelmeerraum ist bekannt, dass eine handvoll grüner Schalen in einem Liter Wasser wenige Minuten gekocht, als Nothelfer bei schweren Durchfällen rasch wirken kann. Die Sammelzeit für die grünen Nüsse und Blätter ist der Juni und für die reifen Nüsse der Herbst.

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Chemie für Interessierte:

Strukturformel von Juglon

Juglon ist ein natürlich vorkommender Farbstoff mit der systematischen chemischen Bezeichnung 5-Hydroxy-1,4-naphthalindion oder 5-Hydroxy-1,4-naphthochinon, der sich von den Naphthochinonen ableitet. Er kann aus Walnussschalen isoliert und auch synthetisch erzeugt werden. Walnussbäume geben den Stoff über ihre Wurzeln in den Boden ab und behindern damit die Wurzelbildung anderer Pflanzen, wodurch sie sich Konkurrenten um Wasser und Nährstoffe fernhalten. Juglon hat antibakterielle und fungitoxische Wirkung und wirkt blutungsstillend. Er ähnelt Lawson, dem Farbstoff der Hennablätter.

Dr. Heike Jürgens

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Quellen/Weiterführende Literatur:

– „Kursbuch gesunde Ernährung, Die Küche als Apotheke der Natur“ von Ingeborg Münzing-Ruef, Heyne-Verlag, 2007, 608 Seiten

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– Naturmedizin aktuell, Newsletter: Sylvia Schneider, „Die Walnuss entspannt Ihre Haut und Ihre Nerven“,

www.heilkraeuter.de/lexikon/walnussb.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Juglon

http://de.wikipedia.org/wiki/Allelopathie

www.topfruechte.de/2007/10/17/ein-neu-entdeckter-vitalstoff-aus-der-natur-ellagsaure/

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