Vitamin D – Sonnenvitamin fehlt oft in den Wintermonaten

Vom Vitamin D ist bekannt, dass es nur dann im Körper gebildet werden kann, wenn wir uns dem Sonnenlicht in ausreichender Dauer und Intensität aussetzen.

 Doch gerade in den Wintermonaten, wenn die Tage kürzer werden und die Erde sich von der Sonne wegneigt, wirken die Sonnenstrahlen nicht mehr direkt auf uns ein. Das ist daran zu erkennen, dass die Schatten unserer Körper länger werden, als unsere Körperlängen. Dann produziert unser Körper nur wenig bis gar kein Vitamin D ! Dies ist u.a. auch der Grund, warum bei sinkenden Temperaturen und kürzeren Tagen im Winter vermehrt Erkältungs- und Grippezeiten auftreten. Doch nicht die winterliche Kälte, wie oftmals angenommen, ist verantwortlich für diese typischen Beschwerden, vielmehr führt die geringere Produktion von Vitamin D aufgrund des fehlenden Sonnenlichts häufig zu einer schwächerern Immunabwehr.

Denn die schützende Wirkung des Vitamin D’s besteht u. a. in seiner Fähigkeit, dass Immunsystem zu stärken, wie zahlreiche Untersuchungen zu diesem Thema aufgezeigt haben.

Strukturformel von Vitamin D3

Allgemeines:

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin und wird somit zusammen mit Fetten aus der Nahrung aufgenommen und durch die Darmwände bei ausreichender Konzentration von Gallensalzen resorbiert. Die Vitamin D-Gruppe umfasst mehrere vitaminwirksame Verbindungen. Wir unterscheiden zwischen Vitamin D2 (Ergocalciferol) und Vitamin D3 (Cholecalciferol). Das biologisch für unseren menschlichen Körper verfügbare und wirksame Vitamin ist das D3. Das Vitamin D2 kommt in pflanzlichen, das Vitamin D3 in tierischen Lebensmitteln vor. Aber es ist nicht essentiell, denn der Mensch ist unter Einfluss der UVB-Strahlung des Sonnenlichts in der Lage Vitamin D3 photochemisch aus einer Vorstufe (einem Provitamin) selbst langsam im Körper zu generieren und dürfte deswegen definitionsgemäß eigentlich nicht als Vitamin bezeichnet werden.

Denn laut Definition sind Vitamine Substanzen, die der Körper selbst nicht herstellen kann, aber zum Leben benötigt und daher zugeführt werden müssen. Die Vorstufen des sogenannten Vitamin D ‚ s werden aber vom Körper selbst hergestellt. Aufgrund dieser endogenen Synthese und der Tatsache, dass seine Wirkung neben dem Syntheseort auch andere Gewebe betrifft, müsste Vitamin D3 eigentlich als Prohormon bezeichnet werden.

Die endogene Synthese verläuft in den äußeren Schichten der Haut ab und nicht im Darm, jedoch ohne die Mitwirkung körpereigener Enzyme. Bestimmte Eiweißträger binden sich dann an die Vitamin D3- Moleküle und transportieren sie ins Blut, bzw. zu den Körperzellen oder dafür vorgesehene Lagerplätze. Der größte Anteil des Vitamin D’s in unserem Körper stammt aus der körpereigenen Produktion, nur ein geringer Anteil wird mit der Nahrung aufgenommen. Wenn wir weniger dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, wird folglich auch weniger Vitamin D produziert. Dies ist während kalter Wintermonate der Fall, wenn in den gemäßigten Breitengrade der nördlichen und südlichen Hemisphäre die Tage kürzer werden und weniger Sonnenlicht auf die Erde auftritt, weil sich die Erde von der Sonne wegneigt und die Strahlung in einem stumpferen Winkel auf die Erde trifft, als in den Sommermonaten. Da höhere Breitengrade im Winter noch weniger Licht abbekommen, treten bei der Bevölkerung in diesen Gebieten auch vermehrt Grippe- und Erkältungskrankheiten auf.

Studienlage:

Eine logische Schlussfolgerung wäre nun, dass es bei eine Verabreichung von zusätzlichen Gaben an Vitamin D bei fehlender Sommersonne (bzw. topischer Wintersonne) zu einem Rückgang dieser saisonal bedingten Krankheiten kommt. So haben klinische Untersuchungen gezeigt, dass dies durch die ergänzende Verabreichung einer optimalen Menge von 1.000 IE Vitamin D pro 15 kg Körpergewicht innerhalb isolierter Bevölkerungsgruppen der Fall ist.

Dosierung:

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung DGE empfiehlt gesunden Erwachsenen eine tägliche Zufuhr von 5 µg, Senioren ab 65 Jahre und Säuglingen im ersten Lebensjahr 10 µg, Schwangeren und Stillenden 15 µg. Dabei entsprechen 5 µg Vitamin D 200 IE.

In Deutschland werden den meisten Säuglingen im ersten Lebensjahr und eventuell noch im zweiten Winter täglich eine Tablette mit 12,5 µg Vitamin D3  (500 IE) zur Rachititsprophylaxe gegeben. In Europa gelten zum Teil höhere Referenzwerte für Kinder und Jugendliche. In offiziellen Empfehlungen sind die Angaben zur maximalen täglichen Zufuhr beispielsweise für die Altersgruppe von 4 bis 10 Jahren doppelt so hoch, für die Altersgruppe der 11 bis 17-jährigen dreimal so hoch:

– Säuglinge (6-11 Monate): 10-25 µg pro Tag,

– Kleinkinder (1-3 Jahre): 10 µg pro Tag,

– Kinder (4-10 Jahre): 0-10 µg pro Tag und

– Jugendliche (11-17 Jahre): 0-15µg pro Tag.

Aktuelle Leitlinien in den USA empfehlen täglich 5 µg (200 IE ) für Kinder und jüngere Erwachsene, 10 µg für 50–70-Jährige und 15 µg für über 70-Jährige. Mit zunehmendem Alter lässt die Fähigkeit der Haut nach, Vitamin D mithilfe von Sonnenlicht zu bilden, so dass es leicht zur Unterversorgung kommen kann. Experten halten deshalb eine Tagesdosis von 800 bis 1000 IE Vitamin D für optimal. Untersuchungen haben gezeigt, dass ohne Bedenken bis zu 2.000 IE Vitamin D täglich eingenommen werden können.

Vorkommen in der Natur:

Wie alle anderen fettlöslichen Vitamine kommt Vitamin D sehr stark in Fetten und Ölen tierischen Ursprungs vor, z. B. im Lebertran, aber auch im Schweinespeck, Fischleber, Eiern, Milch und Butter. Weitere Vitamin D reiche Lebensmittel sind: Sardinen, Herining, Lachs, Aal, Kalbskotlett, Rinderleber, Pfifferlinge, Champignons und Morcheln. Folgende Aufstellung liefert einen Überblick über den Gehalt von Vitamin D in µg in 100 g Vitamin D-reichen Lebensmitteln. So müsste ein gesunder erwachsener Mensch täglich z. B. 100 g Thunfisch essen, um seinen Mindestbedarf an Vitamin D zu decken: 100 g Lachs 16,0 µg 100 g Thunfisch 5,0 µg 1 mittleres Hühnerei 1,0 µg 100 g Kalbsleber 1,0 µg 30 g Hartkäse 0,33 µg 10 g Butter 0,1 µg

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Gesundheitstipps:

Die Vitamin D-Gehalte in der Mutter- und Kuhmilch decken nicht den Bedarf des Säuglings. Hierzulande sind die klimatischen Bedingungen im Winter ungünstig. Daher wird für Säuglinge, unabhängig von der Jahreszeit, eine tägliche Zulage von 10 µg Vitamin D empfohlen. Diese Rachitis-Prophylaxe (Vorbeugung) wird in der Regel in Kombination mit einer Fluorzulage, bekannt als Vitamin D-Fluorette, in Tablettenform durchgeführt. Säuglingsmilchnahrungen sind zusätzlich mit 10 µg/l angereichert.

Küchentipps:

Achten Sie darauf, dass Sie keinen Vitamin D-Mord in der Küche begehen, indem Sie die Lebensmittel zu heiß garen! So verliert Fisch beim Grillen bis zu  94 %, beim Braten bis zu  95 % an Vitamin D und Leber beim Braten bis zu  21 bis 36 % und beim Schmoren 16 % des Gehaltes an Vitamin D.

Dr. Heike Jürgens

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Weiterführende Literatur/Quellen:

Fit durch Vitamine, Die neuen Wunderwaffen der Medizin“ von Klaus Oberbeil, Südwest Kursbuch


Autor:

Klaus Oberbeil, Medizinjournalist und Fachautor für Gesundheits- und Ernährungsthemen, ist bekannt aus zahlreichen Fernseh- und Radiosendungen sowie Beiträgen in großen Publikumszeitschriften. Er ist Spezialist für Molekularbiologie und Genforschung. Seine Informationen sammelt er vorwiegend in für Laien unzugänglichen Archiven und Bilbliotheken internationaler Hochschulen sowie auf wissenschaftlichen Kongressen.

Zusammenfassung:

Mit den Urkeimen des Lebens zu mehr Gesundheit, Vitalität, Schönheit, Konzentration und Fitneß. Sich rundherum wohl fühlen durch die besten Vitaminrezepte. Mit Sinderteil zur Behandlung des individuellen Vitamin- und Mineralstoffhaushalts.

– „Knaurs Großer Vitaminführer“ von Jutta von Lauffenburg, 1988, Orginalausgabe, Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München, broschiert, 238 Seiten

Klappentext:

Vitamine sind für unser körperliches Wohlbefinden lebensnotwendig. Sie wirken Mangelerscheinungen entgegen und können auch therapeutisch zur Linderung von Krankheiten eingesetzt werden. Dieses Buch gibt einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Vitamine, ihre Wirkung und ihren Anwendungsbereich.

Aus dem Inhalt:

– Einzeldarstellung der Vitamine

– Zufuhrempfehlungen und Nebenwirkungen

– Therapeutische Verwendungsmöglichkeiten

– Gesundheit-Fitness-Krankheit-Rekonvaleszenz

– Vitamine und die Haut

– Vitamine und die Küche

Mit vielen Tabellen, zahlreichen Rezepten und Anregungen für Vitaminkuren!

http://de.wikipedia.org/wiki/Cholecalciferol

– The art of Growing young magazine, Vitamin D und ihre Gesundheit, September/Oktober 2009

„Vitamin D – Das Sonnenhormon für unsere Gesundheit und der Schlüssel zur Prävention“ von Prof. Dr. med. Jörg Spitz, Dezember 2008 im Verlag der Gesellschaft für medizinische Information und Prävention, Taschenbuch, 240 Seiten

Vitamin D - Das Sonnenhormon für unsere Gesundheit und der Schlüssel zur Prävention (Taschenbuch)

Vitamin D war international eines der „heißesten“ medizinischen Themen des Jahres 2008 und dürfte es auch 2009 bleiben. 70-80% aller Menschen in Deutschland haben einen Vitamin D-Mangel – und wissen es nicht! Vitamin D-Mangel fördert jedoch eine Vielzahl von Krankheiten, angefangen von zahlreichen Krebserkrankungen (darunter die drei tödlichsten, die Karzinome des Dickdarms, der weiblichen Brust und der Prostata) über die Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes sowie neurologische Erkrankungen bis hin zu Störungen des Immunsystems (von banalen Infekten bis zur Multiplen Sklerose).

Das Buch präsentiert in lockerem Erzählstil im ersten Teil eine Bestandsaufnahme der internationalen wissenschaftlichen Daten bis Ende 2008. Dabei wird deutlich, dass Vitamin D in Wirklichkeit ein Hormon ist, das seine Wirkung in nahezu allen Zellen des Körpers ausübt, und nicht nur für den Knochenstoffwechsel zuständig ist. Eigentlich kann jeder Mensch genügend Vitamin D mithilfe des Sonnenlichts in seiner Haut bilden, wenn sein Lebensstil ihm nicht einen Strich durch die Rechnung macht. Selbst die Kinder verbringen kaum noch nennenswerte Zeiten unbekleidet im Freien und wenn doch, dann wird die Haut „artig“ mit Sonnenschutz-Creme abgedeckt. Damit ist der Mangel in unserer Gesellschaft vorprogrammiert. Obwohl der individuelle Vitamin D-Spiegel im Blut in jedem gängigen Labor bestimmt werden kann, kennen die wenigsten Menschen ihren Wert.

Im zweiten Teil des Buches wird das Vitamin D-Defizit eingeordnet in den großen Rahmen der Entstehung chronischer Krankheiten durch unseren modernen Lebensstil. Dabei wird erstmals das Defizitsyndrom beschrieben, das aus dem Zusammentreffen mehrerer Defizite entsteht, und dessen Folgen häufig tödlich sind. Ein weiterer Schwerpunkt des zweiten Teils ist den Faktoren gewidmet, die bereits bei der Entstehung des Lebens, das bedeutet vor und in der Schwangerschaft, eine Rolle spielen. Dabei wird das epigenetische Phänomen erläutert, dem die moderne Forschung eine zunehmende Bedeutung bei der Entstehung chronischer Krankheiten im späteren Leben zuerkennt.

Im dritten und letzten Teil werden erstmals allgemeine Präventionsregeln vorgestellt, die beim Verständnis und der Umsetzung von Präventionsmaßnahmen hilfreich sind. Dabei bleiben die Ausführungen nicht in theoretischen Erörterungen hängen, sondern münden in praktische Hinweise und konkrete Kontaktdaten für eine ganzheitliche Gesundheitsvorsorge. Wem dies nicht ausreicht, der kann am Ende des Buches über 300 Originalquellen nutzen, um weitere Details nachzulesen.

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