Stilbene – Phytoöstrogene, die den Cholesterinspiegel senken

Neben den Isoflavonoiden sind auch Stilbene als Phytoöstrogene wichtige Pflanzeninhaltsstoffe.  Diese sogenannten sekundären Pflanzeninhaltsstoffe verleihen den Pflanzen Aroma, Duft, Farbe und Schutzwirkung gegen Parasiten und Umwelteinflüsse. Resveratrol und Pterostilben gehören zu den Stilbenen und sind hauptsächlich in roten Weintrauben, Heidelbeeren und Preiselbeeren enthalten.

Rote Weintrauben enthalten viel Resveratrol

Ein bereits 1963 in Knöterich-Pflanzen (Polygonum cuspidatum) isolierter und identifizierter sekundärer Pflanzeninhaltsstoff ist das Resveratrol, ein Phytostilben das auch im Rotwein vorkommt. Die Pflanze bildet diese Stoffe bei Befall zur Abwehr von Schädlingen aller Art, wie Pilzen, Bakterien, Viren, Nematoden und Insekten. Resveratrol ist ein in Alkohol und Öl gut und in Wasser gering lösliches Antioxidans, das zu den Polyphenolen zählt und 1976 in Weintrauben nachgewiesen wurde.

Chemisch gesehen ist es ein Stilbenoid, ein Derivat des Stilben, das als trans– und cis-Isomer vorkommt, wobei die trans-Form die weitaus häufiger in der Natur auftretende Form ist, sich aber unter Einwirkung von Hitze oder UV-Strahlung in die cis-Form umwandeln kann. Resveratrol liegt häufig auch als Glucosid vor, das auch als Piceid bezeichnet wird.

Strukturformel von Resveratrol (Trans-Form)

Resveratrol findet sich in einer Anzahl von Pflanzen, vor allem in Weintrauben, Himbeeren, Maulbeeren, Pflaumen, Erdnüssen, und im japanischen Staudenknöterich. Im Rahmen eines Screening-Programms des National Cancer Institute, bei dem mehrere tausend Pflanzen auf antikanzerogene Inhaltsstoffe untersucht wurden, hat man Resveratrol in 72 Pflanzenarten gefunden. Besonders vorherrschend ist es in der Haut von roten Weintrauben. In frischem weißen Traubensaft hat man bis zu 200 µg/l, in frischem roten bis zu 1100 µg/l der Substanz nachweisen können. In Rotwein ist die Konzentration wesentlich höher und liegt bei ca. 30 bis 50 mg/l. Weißwein und Rosé enthalten niedrigere Konzentrationen an Resveratrol. Wie Agnes Rimando auf dem 228th National Meeting der American Chemical Society (Philadelphia, 22.-26. August 2004) berichtet, kommt Resveratrol auch in nennenswerten Konzentrationen in Heidelbeeren und Preiselbeeren vor.

Gesundheitstipp:

Resveratrol wirkt ähnlich wie die cholesterinsenkenden Fibrate durch Aktivierung des PPAR-Rezeptors, ein Protein, das eine wichtige Rolle bei der Regulation des Cholesterinspiegels spielt. Es ist neben dem OPC eine mögliche Erklärung für das sogenannte „französische Paradoxon„das aussagt, das in Frankreich die Menschen genauso viel tierisches Fett wie in vielen anderen europäischen Ländern essen. Sie rauchen auch nicht weniger und ihre Gesamtcholesterinwerte sind nicht niedriger. Jedoch die Rate an Herz-Kreislauferkrankungen ist in Frankreich relativ gering, da Resveratrol den HDL-Cholesterin- Anteil erhöht: Das „gute“ HDL schützt vor den schädlichen Auswirkungen des „bösen“ LDL-Cholesterins auf die Blutgefäße und ist dadurch ein wichtiger Schutzfaktor vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

 

Dr. Heike Jürgens

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Literatur/Quellen:

– http://www.apotheker.or.at

http://de.wikipedia.org/wiki/Resveratrol

– http://de.wikipedia.org/wiki/Heidelbeeren

– “Krebszellen mögen keine Himbeeren, Nahrungsmittel gegen Krebsvon Prof. Dr. med. Richard Béliveau/ Dr. med. Denis Gingras, 216 Seiten, Kösel Verlag, München 2007

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