Stetiger Energiefluss durch Wirkstoffe der Guarana-Pflanze

Guarana (Paullinia cupana) ist eine aus dem Amazonasbecken stammende Lianenart, die zu den Seifenbaumgewächsen (Sapindaceae) gehört und ist den Indios im Amazonasgebiet schon seit Jahrhunderten bekannt.

 

Guaranapflanze

Die geschälten und getrockneten roten Früchte mit ihren bitter schmeckenden Kernen werden zu einem hellbraunen Pulver zermahlen, in Wasser aufgeschwemmt und mit Honig gesüßt getrunken. Das Pulver besitzt einen hohen Koffeingehalt von ca. 4–8 % in der Trockenmasse, sodass das Getränk ähnlich wie Kaffee stimulierend wirkt.

Strukturformel von Koffein

Im Gegensatz zu dem im Kaffee enthaltenen Koffein wird das Koffein des Guaranapulvers jedoch erst nach und nach freigesetzt, sodass die stimulierende Wirkung des Guaranapulvers vier bis sechs Stunden anhält und nicht nur ca. 20 Minuten, wie beim Kaffeegenuss. Auch setzt die Wirkung des Koffeins der Guaranapflanze erst langsam ein und erreicht ein insgesamt niedrigers Niveau als bei der Kaffeepflanze. Die zeitlich so unterschiedliche Wirkung lässt sich dadurch erklären, dass das Koffein in den Guaranasamen an Gerbstoffe gebunden ist, die 25 % der Inhaltsstoffe ausmachen und erst abgebaut werden müssen, bevor das Koffein freigesetzt wird und seine Wirkung entfalten kann.

Weitere Inhaltsstoffe der Guarana-Pflanze sind Tannine (über 12 %) davon ca. 10 % Proanthocyanidine (OPC’s), Theophyllin (0 – 0,25 %), Theobromin (0,02 – 0,04 %), (+)-Catechin (6 %), (-)-Epicatechin (3 %), Saponine, Stärke, Mineralstoffe (3 – 4 %) und Wasser (6 – 8 %).

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Extrakte der Guarana-Pflanze werden in Erfrischungsgetränken, Schokoladen, Kaugummis,  Energy-Drinks und Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Außerdem gelten Guarana-Produkte in Fitnesskreisen und bei Bodybuildern als leistungsfördernd.
Guarana soll ferner leicht fiebersenkend wirken und bei körperlicher Schwäche das Durchhaltevermögen stärken. Es dämpft Hunger- und Durstgefühle. Es hellt auf, regt die Stimmung an und vertreibt die Müdigkeit. Die Indianer des Amazonas kennen und schätzen dessen energie- und kräfteanregende Eigenschaften bereits seit Jahrhunderten. Aufgrund dieser schonenden Koffeinabgabe ist Guarana gerade für Personen geeignet, die Kaffee oder Tee nicht vertragen, aber auf die stimulierende Wirkung nicht verzichten möchten. Mit Guarana werden die Magenschleimhäute nicht gereizt, sondern wegen der koffeinbedingten durchblutungsfördernden Wirkung in ihrer Funktion unterstützt.

Weitere positive Effekte sind eine verbesserte Stoffwechselleistung und Verdauung, eine anregende Wirkung auf das Kreislauf- und Atemzentrum sowie die tonisierende Wirkung auf die Herzkranzgefäße, die sich durch die geringe und milde Abgabe des Koffeins erweitern, also besser durchblutet werden. Ein wichtiger Aspekt bei der Vorbeugung von koronaren Herzgefäßerkrankungen. Die sanfte Koffeinabgabe fördert nicht zuletzt auch die Konzentration und schärft das Gedächtnis und die Wahrnehmung. Die ideale Energie also auch für wichtige Lernaufgaben und Prüfungen und konzentriertes geistiges Arbeiten.

Aus der traditionellen Anwendung heraus nutzte man Guarana gegen Müdigkeit, Kopfschmerzen, zur allgemeinen Erweiterung seines Leistungspotentials, gegen oder bei Magen- und Darmerkrankungen. Zusätzlich zur positiven Wirkung des Koffeins enthält gemahlenes Guarana die Wirkstoffe Theobromin und Theophyllin. Diese werden gerne Energiedrinks zugesetzt, denn sie gelten als „Wachmacher“ und „Fitmacher“. Bei Bodybuildern sollen sie die Leistungsfähigkeit steigern.

Strukturformel von Theobromin

Strukturformel Theophyllin

In einer amerikanischen Studie konnte nach Wikipedia bestätigt werden, dass Guarana die Heilungschancen verschiedener Krebsarten zumindest leicht verbessern kann. Das Wirkprinzip ist unbekannt, man geht jedoch von einem nicht unerheblichen Einfluss des Theophyllin aus.

Guarana steigert die Lebensqualität durch sein ganzheitliches Wirken:

Der Energiefluss vollzieht sich fast unmerklich und macht sich erst in Situationen richtig bemerkbar, in denen man sonst ohne Guarana schlapp gemacht hätte. So ist das Ausbleiben des „toten Punktes“ um die Mittagszeit oder nach dem Essen und das Energiepotential, auch nach der Arbeit noch etwas zu unternehmen, wenn andere erschlagen und erschöpft sich der Ruhe des Feierabends entgegensehen, die Anzeichen zuvor aufgenommener Guarana-Energie.

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Achtung:

Auch mit Guarana kann man sich einen „Koffeinflash“ einfangen, wenn man zu hoch dosiert. Dann sollte man viel Wasser trinken. Schwangere und Stillende sollten deshalb auf dieses Energetikum verzichten. Um die volle Wirkung und den vollen Genuss zu erreichen, gilt es allerdings einige Punkte zu beachten: Koffeinempfindliche Menschen sollten auf den Guaranagenuss ab dem Nachmittag verzichten, da die Energiezufuhr je nach körperlicher Arbeit für vier bis sechs Stunden anhält und in diesem Fall das abendliche Einschlafen gefährden kann. Auch kann es in diesem Fall zu einem verkürzten Schlaf sowie einer Verschlechterung der Qualität des Schlafes kommen.

Die Dosis macht‘s:

Drei Gramm Pulver, in Wasser verrührt, ergeben eine Koffein-Dosis von etwa 150 Milligramm. Das entspricht einer starken Tasse Kaffee oder einem guten halben Liter Schwarztee. In Tabletten ist meist nur ein halbes Gramm Guarana enthalten. Da die Menschen auf Koffein unterschiedlich stark ansprechen, gilt dennoch, dass jeder für sich die optimale Dosis finden muss. In Wikipedia sind Koffein-Angaben von  Guarana-Pulver, sowie von Kaffee, Schwarztee, dunkler  Schokolade, Kakao, Red Bull und einigen Medikamenten (Acetylsalicylsäure, Paracetamol) angegeben.

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Zubereitung eines guaranahaltigen Getränkes:

Bei der Zubereitung des Getränks sollte kochend heißes Wasser vermieden werden, da sonst Enzyme weglöst und die Gerbstoffe bitter werden, also das erhitzte Wasser vorher noch ein paar Minuten stehen lassen. Und weil sich das pure natürliche Guaranapulver wegen seiner Gerbstoffe und Harze nur schlecht auflöst, sollte man dieses mit Zucker mischen, um eine bessere Verflüssigung zu erreichen. Am besten mischt man das Guarana-Pulver ins Müsli, mengt es in einen Teig ein oder mischt es einfach mit dickflüssigen Getränken. Auch eine Kombination mit Kakao hat sich als sehr geschmackvoll und lösungsfreundlich erwiesen. Verschiedene Bio-Hersteller haben in den letzten Jahren solche Schokogetränke mit Guarana entwickelt.

 

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Quellen/weiterführende Literatur:

http://www.gesundheitstrends.de/ernaehrung/tipps/guarana.php
http://www.schrotundkorn.de/2002/sk0202e7.htm
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15159244
http://de.wikipedia.org/wiki/Guaran%C3%A1

http://de.wikipedia.org/wiki/Coffein

http://de.wikipedia.org/wiki/Theobromin

http://de.wikipedia.org/wiki/Theophyllin

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