Parasol: einheimischer Speisepilz – unbekannt, aber delikat

Zwischen Juli und Oktober wächst der Parasolpilz, Riesenschirmpilz (Macrolepiota procera) wild an Weg- und Waldrändern.

Er ist als Speisepilz noch weitgehend unbekannt und neben Maronen, Steinpilzen, Birkenpilzen und Pfifferlingen ein Exot. Auch sein Aussehen unterscheidet sich deutlich von dem, was wir „normalerweise“ als essbaren Speisepilz bezeichnen. So ging es mir jedenfalls, als ich vor einigen Wochen durch einen Freund darauf hingewiesen wurde.

Parasolpilze sind große und stattliche Blätterpilze und haben als junger Pilz eine geschlossene, als ausgewachsener Pilz einen sonnenschirmähnlichen Hut, der mit großen bräunlichen Schuppen und in der Mitte mit einem gleichfarbigen Buckel versehen ist. Der Stiel ist ebenfalls bräunlich durchsetzt und weist eine sehr charakteristische verschiebbare Manchette auf.

Die Hüte dieser Pilze sind sehr wohlschmeckend und paniert oder auch unpaniert eine Delikatesse. Sie werden vor dem Verzehr nur feucht abgewischt und dann zubereitet. Die Stile sowie die Hüte alter Pilze sind zäh und holzig und nicht zum Verzehr geeignet. Auch roh ist der Speisepilz ungenießbar, also gut durchbraten.

Folgendes Rezept habe ich zusammen mit meinen Kindern erprobt, gleich nachdem ich die Pilze gesammelt und feucht abgewischt hatte:

Zutaten:

– 2 bis drei Parasolpilze mit geöffnetem Hut
– 1 bis 2 Eier (der Pilz saugt viel davon auf)
– Paniermehl
– Himalayasalz
– Pfeffer
– evt. Speckwürfel
– Olivenöl, nativ extra

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als Beilage Kartoffeln

Zubereitung:

Gesäuberte Hüte in ca. drei Stücke zerschneiden. Die Eier mit einem Schneebesen aufschlagen, leicht pfeffern und salzen. Einen Teller mit Paniermehl vorbereiten. Hüte erst in den aufgeschlagenen Eiern, dann im Paniermehl wälzen. Pfanne mit etwas Olivenöl zum Anbraten versehen und die einpanierten Pilze darin von beiden Seiten gut anbraten. Wer möchte, kann auch noch einige Speckwürfel mit anbraten. Da der Parasolpilz sehr aromatisch schmeckt, ist ein Hinzufügen der Speckwürfel nicht unbedingt notwendig. Dazu passen Kartoffeln.

Küchentipp:

Trocknen Sie die frisch gesammelten Pilze in Scheiben geschnitten in einem Ofen und verwenden Sie den Speisepilz als Gewürzpilz im Winter zu Eintöpfen und Suppen.

Sie können die Pilze in Ihrem eigenen Garten auch selber züchten!

Dr. Heike Jürgens

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Quellen/weiterführende Literatur:

– http://www.hausgarten.net/garten-kreativ/pilze/parasolpilze-im-eigenen-garten.html

– http://www.pilzshop.de/

– http://www.natur-lexikon.com/Texte/FM/001/00049-parasolpilz/fm00049-parasolpilz.html

– http://www.chefkoch.de/rs/s0/parasol+pilz/Rezepte.html

– http://de.wikipedia.org/wiki/Parasol

– „Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 4″ von Andreas Gminder (Autor), German J. Krieglsteiner (Herausgeber), gebundene Ausgabe, Ulmer-Verlag 2003, 467 Seiten

Zusammenfassung:
 
Knollenblätterpilze, Wulstlinge, Schirmlinge, Rötlinge, Dachpilze, Mistpilze, Kahlköpfe, Täuschlinge, Schüpplinge und Schwefelköpfe.

Autor:

German J. Krieglsteiner war Leiter des Projekts und Schriftleiter der Zeitschrift Beiträge zur Kenntnis der Pilze Mitteleuropas.Andreas Gminder hat sich seine speziellen Kenntnisse über Pilze durch intensive Forschungen neben der Ausübung seines Berufes erworben.

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