Ingwerherzen

Zu einem feucht-kalten Novemberwochenende passt es besonders gut, sich mit Kekse backen zu beschäftigen.

Der warme Ofen und Zutaten, die noch zusätzlich von innen erwärmen, lassen uns das trübe Wetter vergessen.

Ingwer gehört nach der Tradition der alten chinesischen Medizin, wie Chili, schwarzer Pfeffer, Fenchel, Petersilie, Basilikum, Nelke, Anis, Knoblauch und Paprika, zu den Nahrungsmitteln mit „erwärmendem Temperaturverhalten“. Besonders im Herbst sollten wir unseren Körper mit diesen Gewürzen ausreichend verwöhnen. Ein Rezept, was auch Kindern schmeckt, die den etwas strengen Geschmack von Ingwer häufig nicht so gerne mögen, lautet folgendermassen (aus: Biologisch kochen und backen, Das Rezeptbuch der natürlichen Ernährung von Helma Danner, Econ Taschenbuch Verlag):

Ingwerherzen

Teig:

125 g Butter

200 g Honig

1 Ei

350 g Weizenvollkornmehl

1 TL Backpulver

3 TL Ingwer gemahlen

1 MS Cardamon, gemahlen

1 MS Cayennepfeffer

zum Verzieren:

4 Ingwerpflaumen

zum Betreichen:

2 EL Milch

Butter, Honig und Ei schaumig rühren. Das frisch gemahlene Weizenmehl mit Backpulver und den angegebenen Gewürzen mischen, unter die Rührmasse geben und alles rasch zusammenkneten. Den ziemlich weichen Teig einige Stunden oder über Nacht kühl ruhen lassen. Den Teig in kleinen Portionen 1/2 cm dick auswalzen und Herzen ausstechen. Mit dem Apfelausstecher aus den in Scheiben geschnittenen Ingwerpflaumen kleine Scheibchen ausstechen und auf jedes Herz eine legen. Das Herz mit Milch bestreichen. Auf einem bemehlten Blech bei 175 Grad Celcius, mittlere Schiene, 10 – 12 Minuten backen. Die Menge ergibt ca. 55 Stück (2 Backbleche). Die Abkürzungen bedeuten: EL: Esslöffel, TL: Teelöffel, MS: Messerspitze, g: Gramm)

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Tipps für Experimentierfreudige:

Halten Sie sich nicht starr an die Angaben im Rezept. Experimentieren Sie! Nehmen Sie die Zutaten, die Sie ohnehin da haben. Statt Cardamon und Cayennepfeffer habe ich eine Gewürzmischung aus der Arabischen Küche von der Firma Lebensbaum (kbA) verwendet (Zutaten: Muskatnuss, Schwarzer Pfeffer, Koriander, Kumin, Gewürznelke, Zimt, Kardamon, Paprika edelsüss, Chili). Die drei TL gemahlenen Ingwer habe ich durch 1 TL gemahlenen Ingwer und 12 Stücke (ca. 40 Gramm) in Sirup eingelegten Ingwer der Firma Topfruits ersetzt. Diese Ingwerstücke werden mit dem Messer klein gehackt und bis auf einen kleinen Rest, der zum Garnieren gebraucht wird, zum Schluss in den Teig gegeben. Die Kekse schmecken dadurch frischer und saftiger. Als Backpulver ist Weinsteinbackpulver einem phosphathaltigen Bachpulver vorzuziehen, da dieses Backpulver statt anorganische Phosphate organische Tartrate (Salze der Weinsäure) enthält. Phosphate binden wichtige Mineralien, die der Körper zum Leben braucht (wie z. B. Calcium und Magnesium) und leiten diese aus dem Körper heraus, so dass sie dem Körper nicht mehr zur Verfügung stehen. Statt Milch kann auch kanadischer Ahornsirup mit dem Pinsel auf die ausgestochenen Herzen aufgetragen werden. Darauf haften dann die restlichen zerkleinerten Ingwerstückchen (siehe oben) besonders gut. Lassen Sie Ihre Kinder, wenn sie etwas älter sind, die Zutaten für den Teig selber abwiegen und verrühren. Auf jeden Fall sollten sie den Teig ausrollen, die Herzen austechen und die ausgestochenen Kekse mit dem Ahornsirup und dem Ingwer verzieren. Kinder sind stolz auf „ihr“ Backergebnis und probieren dann auch gerne, was sie gebacken haben, auch wenn es nicht ganz so süss und dafür etwas würziger schmeckt.

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Bezugsquellen:

Gesunde Backzutaten mit hohem Vitalstoffanteil erhalten Sie in gut sortierten Reformhäusern, Naturkostläden oder/und bei Spezialversendern wie Topfruits.

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Infos für Interessierte:

Backpulver*) ist ein zum Backen benutztes Triebmittel. Es ist eine Mischung aus (meist) Natriumhydrogencarbonat (Trivialname: doppelt kohlensaures Natron) und einem Säuerungsmittel, oft Dinatriumdihydrogendiphosphat (E 450a) oder Monocalciumorthophosphat (E 341a), einem sauren Salz. So genannte natürliche Backpulver enthalten als Säuerungsmittel Zitronensäure (E 330) oder Weinsäure (E 334); auch Weinstein (E 336). Phosphatfreie Backpulver sind geschmacklich neutraler, aber meist teurer. Durch Hitze und Feuchtigkeit reagiert das Natron mit der Säure und setzt Kohlenstoffdioxid (CO2) frei, wodurch kleine Gasbläschen entstehen und der Teig aufgelockert wird. Damit wird ein ähnlicher Trieb erreicht wie bei der Verwendung von Hefe im Hefeteig und Bakterien im Sauerteig, wo ebenfalls CO2 entsteht. Die Zugabe von Backpulver verkürzt die Zubereitungszeit, da Hefepilze und Bakterien zur Produktion von CO2 mehr Zeit benötigen (zwischen einer halben Stunde und einem Tag). Die Teigsorten unterscheiden sich allerdings erheblich in Geschmack und Konsistenz. Backpulver wird bei Rührteig eingesetzt. In Mürbeteig ist ein Gehen in der Regel nicht erwünscht, in Sauer- und Hefeteig wird das treibende Gas durch Bakterien bzw. Pilze erzeugt. *) Infos über Backpulver aus http://de.wikipedia.org/wiki/Backpulver

Dr. Heike Jürgens

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