Gewürze – sinnvolle Ergänzung in der Küche

Zimt, Ingwer, Anis, Muskat, Nelken, Vanille und Kadamon sind Gewürze, die gerade jetzt zur Herbst- und Winterzeit sich zunehmender Beliebheit in der Vitalstoffküche erfreuen.

Das Bewusstsein für den hohen Gesundheitswert von Gewürzen steigt ständig.  Menschen, die klug würzen, bereichern nicht nur ihren Speisezettel. Sie tuen ihrer Gesundheit und sogar ihrer Psyche etwas Gutes. Denn jede Gewürzart hat ein ganz spezifisches Vitalstoff- und damit Wirkstoffspektrum auf unseren Organismus und bringt uns gesundheitliche Verbesserung, oftmals gezielt auf die verschiedenen Organe.

Professor Dr. Hans Glatzel vom Max-Planck-Institut schrieb:

„Gewürze sind viel mehr als Appetitanreger, Säftelocker, Gaumenschmeichler: Sie sind romantische Urlaubserinnerungen an den „Duft der großen weiten Welt“, Verdauungshelfer, Beschützer vor Krankheitserregern, Fit- und Muntermacher und manchmal auch Veführer zu erotischem Tun.“

und weiter:

„Heute wissen wir, dass mit bestimmten Gewürzen in bestimmten Mengen die Leistungsfähigkeit bestimmter Organe und Funktionen gezielt gesteigert werden kann.Die Forschung wird gewiss noch mehr solche Steuerungs- und Steigerungsmöglichkeiten entdecken. Die Menschen sollten erfahren, dass sie mit überlegter Gewürzwahl ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit in vielerlei Richtung fördern, ihre Krankheitsneigungen und Krankheiten bekämpfen können…“

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Der Ernährungsphysiologe Prof. Dr. Glatzel konnte bereits in den 60er Jahren in vielen Studien zeigen, dass die Gewürzpalette zwischen „Anis und Zimt“ beträchtliche physiologische Wirkung hat und nicht zur zur Verfeinerung von Geschmack und Aroma diente.  Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für Ernährungsphysiologie in Dortmund, eines der ersten deutschen Forschungsstätten, das sich mit dieser Thematik befasste und beschäftigte sich schon damals mit den ernährungsphysiologischen Zusammenhängen zwischen Ernährung und Gesundheit. Er war Pionier auf diesem Gebiet und bestätigte bereits in den 60er Jahren, was oft schon aus der Naturheilkunde bekannt war:

– Anis, Koriander und Muskat wirken krampflösend,
– Kardamom ist appetitanregend und herzstimulierend,
– Zimt beruhigt und stillt Schmerzen,
– Gewürznelken besitzen eine hustenstillende Wirkung und
– Zitronat ist sowohl verdauungsfördernd als auch schleimlösend.

Muskatnuss

Die sogenannten „Weihnachtsgewürze“ Kardamon, Piment, Nelken, Zimt, und Anis stimulieren, aktivieren und kräftigen mit ihren Aromen die Magenschleimhaut und als Folge nimmt die Magensaftsekretion zu. Die sogenannten Scharfstoffe, Ingwer, Piment, Muskat und auch Kurkuma fördern noch zusätzlich die Bildung der Verdauungsenzyme. Sie regen die Magenaktivitäten an sowie die Darmperistaltik und die Durchblutung im ganzen Bauchraum.

Gesundheitstipps:

Gerade alternde und alte Menschen sollten, laut Glatzel, die Nahrung reizintensiver gestalten, wenn sie ihren gewohnten Genusswert beibehalten wollen. Es ist bekannt, dass die Reizempfindlichkeit der Sinnesorgane mit dem Alter sinkt. So wird Senioren empfohlen, herzhafter als früher zu würzen, was nicht heißt, dass sie stärker salzen sollen.

Beschwerden der monatliche Periode können durch die Gewürze Muskat und Zimt gelindert werden. Dafür können Mädchen und Frauen in der Woche vor der Regel reichlich Zimt genießen, zu Joghurt oder Dickmilch, auf einem Bratapfel oder als Zutat zu heißen Getränken.

Aber auch die keimtötende Wirkung vieler Gewürze ist zu beachten. So hilft folgendes Getränk gegen Luftröhren-Katarrh:

Ceylon Zimt gemahlen, natur 100g Dose

Zutaten:

– 1EL zerkleinerte Zimtstangen
– 1 TL Gewürznelken
– 1 gestrichener TL schwarzer Tee

Zubereitung:

Mit 300 ml oder etwas mehr kochendem Wasser überbrühen. Fünf Minuten ziehen lassen. Abgießen. Recht warm trinken. Evt. ein zweites Mal überbrühen.

Dr. Heike Jürgens

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Weiterführende Literatur/Quelle:

–  http://de.wikipedia.org/wiki/Muskatnussbaum

– “Kursbuch gesunde Ernährung, Die Küche als Apotheke der Natur” von Ingeborg Münzing-Ruef, Heyne-Verlag, 2007, 608 Seiten

 

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