foodwatch gegen Zwangsernährung mit Gentechnik – Bitte um Unterstützung!

Gentechnik in Lebensmitteln wird nach wie vor von dem größten Teil der Bevölkerung abgelehnt.  Trotzdem bekommen wir über die meisten tierischen Produkte wie Fleisch, Milch, Joghurt und Eiern, die nicht aus kontrolliert biologischem Anbau stammen, regelmäßig unsere Dosen gentechnisch veränderten Erbguts ab. Denn gerade Tierfutter besteht zu einem hohen Prozentsatz (über 80 Prozent) aus gentechnisch veränderten Pflanzen, da in diesem Fall bei der Verfütterung an Tieren keine Deklarationspflicht besteht. Wie ist es möglich, dass wir Menschen einer Zwangsernährung mit gentechnisch veränderten Lebensmitteln ausgesetzt werden, obwohl der weitaus größte Teil der Bevölkerung aufgrund der ungekärten Auswirkungen auf unsere Gesundheit diese ablehnt? Was können wir tuen, um uns dagegen zu wehren?

Michael Megerle Inhaber der Firma Topfruits hat am 30. August zu diesem Thema einen Artikel in der Infothek von Topfruits veröffentlicht, der eine Diskussion zu Thema Gentechnik in Lebensmitteln anregt. Er hat u. a. seit über einem Jahr eine Umfrage am laufen, in der gefragt wird, wer für und wer gegen Gentechnik in Lebensmitteln ist. Ganze 3,8 Prozent der abgegebenen Stimmen sind für Gentechnik in Lebensmitteln. Lesen Sie den ausführlichen Artikel von Herrn Megerle und/oder gehen Sie auf die entsprechende Seite in der Infothek:

Grüne Gentechnik – Politik missachtet augenscheinlich den Bürgerwillen

Was ich hier mal zu Sprache bringen will ist meine Beobachtung dass unsere Regierenden und Parlamentarier sich anscheinend nur noch am Rande bis gar nicht mit dem Willen und den Bedürfnissen des Bürgers beschäftigen. Mir fällt das schon lange in unterschiedlichen Bereichen auf, dass sich Politik und Gesetzgebung abgekoppelt hat vom dem was die Menschen wollen. Ganz besonders vor Augen geführt wird mir diese Tatsache aber wieder am Beispiel grüne Gentechnik.

Man muss unterscheiden zwischen Gentechnik zu medizinischen Zwecken und zu Gentechnik Forschung und Einsatz in der Lebensmittelproduktion. Das sind zwei sehr unterschiedliche Bereiche, die von den Bürgern auch unterschiedlich beurteilt werden. Seit nunmehr über einem Jahr habe ich eine Umfrage auf der topfruits.de Startseite wo ich die Stimmung zu diesem Thema abfragen wollte um mir selbst ein Bild davon zu machen, was die Menschen im Lande so denken.

Und was die zu Gentechnik bei Lebensmitteln so denken kann man hier sehen.

Ich weiss nicht ob 3,8% positive Haltung zur grünen Gentechnik eine politische Legitimation sind für weitere Versuche und weitere Arbeiten in diesem Bereich? Insbesondere wenn man die Gentechnik Erfahrungen aus den USA kennen, aus denen ja klar erkennbar ist, dass die Sache eigentlich nicht unter Kontrolle gehalten werden kann und zudem die in sie gesetzten Ziele langfristig nicht erfüllt. Sie führt nach meiner Meinung letztlich zu immer weniger kalkulierbaren Lebensmitteln und zu mehr Abhängigkeit gegenüber den Grosskonzernen. Was meinen Sie dazu? Insbesondere, welche erfolgversprechende Möglichkeit sehen Sie für den Bürger, in solchen Dingen auf die Politik einzuwirken?

Gestern habe ich von einem Freund eine Mail erhalten, die einen Aufruf von Thilo Bode, Geschäftsführer des Vereins foodwatch (foodwatch ist ein eingetragender Verein mit Sitz in Berlin) zu diesem Thema enthielt und folgendermaßen lautete:

Liebe foodwatch-Interessierte, die meisten Verbraucher lehnen Gentechnik im Essen ab – und das mit gutem Grund: Niemand weiß, was diese Technologie langfristig bewirkt. Das werden erst unsere Kinder und Kindeskinder erfahren! Welche Folgen die Eingriffe ins Erbgut von Nahrungsmittelpflanzen haben, lässt sich nun mal erst nach Generationen feststellen. Doch die großen Gentechnikkonzerne wie Monsanto haben gerade wieder Rekordgewinne eingefahren. Mit anderen Worten: Die Konzerne verdienen prächtig, aber die Natur ist ihr Versuchslabor und wir spielen die Versuchskaninchen! Zwangsernährung mit Gentechnik in Fleisch, Milch und Eiern! Wir von foodwatch sagen: „Schluss mit der Zwangsernährung mit Gentechnik.“ „Zwangsernährung“ deshalb, weil Gentechnik im Essen eigentlich gekennzeichnet werden muss. Für tierische Produkte, die mit Gentechnik erzeugt werden, gilt dies jedoch nicht. Aber gerade in diesen Produkten steckt die meiste Gentechnik drin! Über 80 Prozent der gentechnisch veränderten Pflanzen landen im Futtertrog. Für Sie als Verbraucher bedeutet das konkret: Die Eier, das Fleisch, der Joghurt und die Milch, die Sie im konventionellen Handel erwerben, stammen mit hoher Wahrscheinlichkeit von Tieren, an die genverändertes Soja verfüttert wird. Aber das steht nirgends drauf! Erste Erfolge: „Ohne Gentechnik“ -Kennzeichnung! Allerdings gibt es erste Erfolge. foodwatch konnte nach Jahren zusammen mit anderen Verbänden endlich durchsetzen, dass Hersteller ihre Produkte freiwillig mit der Aufschrift „Ohne Gentechnik“ kennzeichnen dürfen. Seit Mai 2008 können sie ihre Produkte mit diesem Label auszeichnen, wenn sie ohne gentechnisch veränderte Futtermittel erzeugt wurden. Das bedeutet für uns Konsumenten: Wir haben jetzt die Wahl – aber auch nur dann, wenn Hersteller und Unternehmen tatsächlich auf gentechnikfreie Futtermittel umsteigen und von der Kennzeichnung „Ohne Gentechnik“ Gebrauch machen. Die „Burgerbewegung“ von foodwatch: Hamburger von McDonald’s ohne Gentechnik! Echte Wahlfreiheit wird es nur geben, wenn große Teile des Fleischmarktes gentechnikfrei werden. foodwatch hat deshalb 2004 die Burgerbewegung ins Leben gerufen. Mit der Aktion wollen wir erreichen, dass McDonald’s Hamburger ohne Gentechnik herstellt. Schon 25.000 Menschen haben an die Fastfood-Kette geschrieben und den Konzern aufgefordert, endlich Hamburger ohne Gentechnik anzubieten. Dass gentechnikfreie Hamburger von McDonald’s den Fleischmarkt umkrempeln würden, steht außer Frage. In den McDonald’s-Filialen in Deutschland essen täglich etwa 2,4 Millionen Menschen. Für sie werden jeden Tag mehr als 100.000 Kilogramm Hackfleisch zu Burgern verarbeitet. Jeder dritte (!) Landwirt in Deutschland beliefert auch McDonald’s. Doch McDonald’s erfindet immer neue Ausreden Zuerst hat sich McDonald’s damit herausgeredet, dass gentechnisch unverändertes Soja auf dem Markt nicht in ausreichender Menge erhältlich sei. Doch foodwatch hat dem Konzern bereits im letzten Jahr das Gegenteil bewiesen und ihm die Lieferzusage eines Schweizer Lieferanten zukommen lassen. Dieser wäre problemlos in der Lage, die Versorgung aller McDonald’s-Zulieferer in Deutschland und Europa mit gentechnisch unverändertem Soja sicher zu stellen. Danach brauchte McDonald’s eine neue Ausrede, und die war schnell gefunden. Der Konzern behauptete nun, er könne deshalb nicht auf gentechnikfrei erzeugtes Fleisch umstellen, weil er nicht in der Lage sei, all seine Zulieferer ausreichend zu kontrollieren. Er wäre also – selbst wenn er es wollte – nicht imstande, gentechnikfreie Erzeugung zu garantieren! Eiderdaus, das ist interessant, denn in seiner Werbung behauptet McDonald’s doch glatt das Gegenteil! Glaubt man nämlich den von McDonald’s geschalteten Hochglanzanzeigen, dann kennt der Konzern jeden einzelnen seiner Bauernhöfe, die ihn beliefern. Und selbstverständlich lässt sich das Fleisch eines jeden Hamburgers bis zu einem solchen Bauernhof zurückverfolgen. Laut Werbung kann das auch jeder McDonald’s-Kunde als „Qualitätsscout“ persönlich nachprüfen. Was stimmt denn nun eigentlich? Landliebe macht es vor! McDonald’s muss folgen! Dass es auch anders geht, beweist ein anderer Lebensmittelkonzern, nämlich der Milchkonzern Campina. Campina hat gerade die Produktion der Marke Landliebe auf gentechnikfreie Erzeugung umgestellt. Landliebe-Kühe werden jetzt gentechnikfrei gefüttert, und die Landliebe-Milch trägt als erste große Marke in Deutschland jetzt das „Ohne Gentechnik“-Kennzeichen. Was das mit McDonald’s zu tun hat? Sehr viel! Denn das Fleisch für die Hamburger von McDonald’s liefern Milchkühe. Hamburger werden nicht aus Rinder- oder Ochsenfleisch, sondern aus dem Fleisch schlachtreifer Milchkühe hergestellt. Der Konzern McDonald’s kann also, wenn er will! Nämlich gentechnikfreie Hamburger liefern! Wir von foodwatch wollen McDonald’s Hamburger gentechnikfrei machen. Doch dazu brauchen wir Ihre Hilfe. Werden Sie Förderer/Förderin von foodwatch Liebe foodwatch-Interessierte, wir wissen: Konzerne wie McDonald’s reagieren nur auf öffentlichen Druck und bei drohenden Gewinneinbußen. Mit unserer Burgerbewegung können wir den Finger in die Wunde legen. Aber wir brauchen Ihre Unterstützung. Werden Sie bitte Förderer/Förderin von foodwatch. Nur wenn wir viele sind, können wir Druck auf Konzerne und Politik ausüben, nur dann werden wir gehört. Werden Sie Förderer/Förderin, denn in Kampagnen wie der Burgerbewegung steckt eine Menge Arbeit und Geld: Marktanalysen, Informationsmaterial, juristische Gutachten, politische Lobbyarbeit und Aktionen. Deshalb bitten wir Sie, uns mit 5, 10, oder 20 Euro monatlich zu unterstützen. Gehen Sie direkt jetzt online und werden Sie Förderer/Förderin! Wer jetzt online eintritt, bekommt gratis mein Buch „Abgespeist“. Vielen Dank und herzliche Grüße, Ihr Thilo Bode Geschäftsführer P.S.: Geld ist das eine. Die Anzahl unserer Förderer spielt aber auch eine große Rolle, um uns als Organisation Gehör zu verschaffen. Je mehr Unterstützer wir haben, desto leichter können wir auch die Politiker unter Druck setzen. Deshalb: Werden Sie bitte Förderer/Förderin und kämpfen Sie gemeinsam mit uns für echte Wahlfreiheit!

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Quellen/Literatur:

– http://www.topfruits.de/aktuell/id/9-Gruene-Gentechnik-Politik-missachtet-

– foodwatch: www.foodwatch.de

„Für eine bessere Nahrungsmittelkontrolle“

„Fast Food Gesellschaft, Die dunkle Seite von Mc Food & Co“, Rieman Verlag, München 2002, 447 Seiten, gebundene Ausgabe

Kurzfassung:

Was nehmen wir eigentlich zu uns, wenn wir einen Hamburger essen? In seiner spannenden Reportage untersucht Eric Schlosser die Produktionsbedingungen von Fastfood, das soziale Umfeld, in dem es sich verkauft, und die mit ihm verbundene Mentalität. Detailliert schildert er, dass die tägliche Entscheidung für oder gegen die schnellen Sattmacher aus der Pappschachtel nicht nur unsere Gesundheit betrifft, sondern dass das Wachstum der Fastfood-Imperien auf unser aller Kosten, auf Kosten von Gesellschaft und Umwelt geht.

Zum Autor:

Eric Schlosser ist in seiner amerikanischen Heimat durch seine exzellent recherchierten Reportagen ein ebenso bekannter wie gefürchteter Journalist. Er schrieb über die Familien von Mordopfern, den Komplex der Gefängnisindustrie und das Pornografiegeschäft. Als Korrespondent des Monatsmagazins “The Atlantic” wurde er für seine Arbeiten mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. So erhielt er für seine zweiteilige Serie über die Durchführung der Marihuana-Gesetze in Amerika den “National Magazine Award for reporting” und für seinen Bericht über die kalifornische Erdbeerindustrie den Preis der Sidney Hillman Foundation.

Dr. Heike Jürgens

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