Depressionen und Medikamente gegen Magensäure – Erhöhen sie das Risiko für Osteoporose?

Medikamente gegen Magensäure können das Risiko erhöhen, an Osteoporose zu erkranken.  So schreiben Experten des Mayo Clinic Gesundheits-Brief, dass Medikamente zur Verminderung der Magensäureproduktion zur Vorbeugung eines Rückflusses von Magensäure in die Speiseröhre das Risiko für Osteoporose und Hüftfrakturen erhöhen.

In einer vor kurzem veröffentlichten Studie zu diesem Thema wurde berichtet, dass Medikamente zur Verringerung der Magensäureproduktion, sogenannte Protonenhemmer,  wie z. B. Omeprazol, Esomeprazol, Pantoprazol, Lansoprazol und Rabeprazol das Risiko für Hüftfrakturen deutlich erhöhen können, wenn diese Säurehemmer dauerhaft für 1 Jahr oder länger genommen werden.

Das hängt damit zusammen, dass diese Protonenhemmer nicht nur die Produktion von Magensäure hemmen, sondern auch die Aufnahme von Kalzium aus der Nahrung. Insbesondere Kalziumcarbonat, einer der häufigsten Lieferanten für den Mineralstoff Kalzium, benötigt eine leicht saure Umgebung um sich aufzulösen. Durch die Protonenhemmer wird der pH-Wert im Magen nun auf Dauer so stark angehoben, dass eine ausreichende Auflösung des Kalziumcarbonates in diesem Millieu verhindert wird. Das Risiko für Hüftfrakturen und andere Knochenbrüchen steigt. Es müssen jedoch noch weitere Studien durchgeführt werden, um den Nachweis für diese Vermutung zu bestätigen.

Strukturformel von Kalziumcarbonat, ein Salz der Kohlensäure

Die Experten des Mayo Clinic Gesundheits-Brief empfehlen nun folgende Maßnahmen, um eine langfristige verbesserte Aufnahme von Kalzium zu ermöglichen, speziell wenn Protonenpumpenhemmer oder Medikamente aus der anderen Klasse der Säurehemmer mit dem Namen H2-Rezeptor-Blocker (z. B. Pepcid®, Zantic® und andere) eingenommen werden müssen:

– nehmen Sie Kalziumcitrat ein, eine lösliche Form des Kalzium, die auch in einer Umgebung mit weniger Magensäure gut resorbiert wird

– essen Sie mehrmals am Tag kleinere Dosen eines Kalzium-Präparats zusammen mit den Mahlzeiten

– sorgen Sie für eine ausreichende Menge an Vitamin D in Ihrer Ernährung und/oder über Nahrungsergänzungsmittel

– erhöhen Sie die mit der Nahrung aufgenommene Menge an Kalzium zum Beispiel durch Milchprodukte.

Diese Empfehlungen gelten nicht nur für Menschen, die Protonenhemmer einnehmen, sondern auch generell für ältere Menschen und Menschen, die sich zu wenig bewegen, sich nicht vollwertig ernähren (Fast Food), sich im Dauerstress befinden, usw.

Gerade Vitamin D wird in den Wintermonaten nur unzureichend gebildet, weil sich die Menschen zu wenig draußen bei ohnehin verminderter Sonnenscheindauern befinden.

Auch depressive Menschen sind gefährdet, wie es uns der Dachverband der deutschsprachigen Osteoporose Selbsthilfeverbände e. V. (DOP) in Marburg mitteilt.

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So hat Sylvia Schneider in dem Gesundheitsbrief: „Naturmedizin aktuell“ geschrieben, dass gemäß des DOP in Marburg:Depressive Frauen einem höheren Risiko ausgesetzt sind, an Osteoporose zu erkranken als psychisch gesunde Frauen„. Das soll damit zusammenhängen, dass durch eine Depression vermehrt das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet wird, dass wiederum einen negativen Einfluss auf das Gleichgewicht zwischen Knochenauf- und abbau nimmt. Ähnlich wie bei dem Krankheitsbild der Arthrose (siehe: „Naturliche Knorpelstoffe unterstützen den Knorpelaufbau und helfen bei Arthrose“ auf dieser Internetseite), wo es um den Auf- und Abbau der Knorpelsubstanz geht,wird das Gleichgewicht des Knochenauf- und abbaus ebenfalls durch äußere und innere Faktoren bestimmt. So wird das Gleichgewicht durch Cortisol zu gunsten des Knochenabbaus verschoben, was zu einer erhöhten Gefahr von Knochenbrüchen führt. Auch führt die Unachtsamkeit depressiver Menschen gegenüber sich selbst und ihrer Gesundheit noch zusätzlich zu einem vermehrten Knochenabbau: Mangelnde Bewegung und eine kalziumarme Ernährung stören ebenfalls das Gleichgewicht der Knochensubstanz erheblich. Auch neigen depressive Menschen zu häufigeren Stürzen als der Durchschnitt der Bevölkerung. In Selbsthilfegruppen (siehe unten) bekommen betroffene Frauen und Männer hilfreiche Tipps wie sie dem Knochenschwund vorbeugen können.

Neben dem lange bekannten positiven Einfluss von Kalzium auf die Knochendichte (s. Osteoporose), zeigen neuere Untersuchungen, dass bei einer ausreichenden Kalziumzufuhr auch das Risiko für Übergewicht und Fettleibigkeit sinkt.

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Chemie für Interessierte:


Strukturformel von Citrat

Kalziumcitrat ist ein Salz der Zitronensäure und ein weißer, geruchloser, geschmacksneutraler, kristalliner Feststoff. Der Kalziumgehalt beträgt 21 %. Die Wasserlöslichkeit steigt mit sinkender Temperatur und sinkendem pH-Wert. Aufgrund der organischen Zitronensäure und der damit verbundenen höheren Löslichkeit ist die Bioverfügbarkeit des enthaltenen Kalziums höher als bei den anorganischen Kalziumsalzen wie Kalziumcarbonat und Kalziumphosphat.

Dr. Heike Jürgens

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Weiterführende Literatur/Quellen/Produkte:

– 02.06.09, Gesundheitsbrief, FID Gesundheitswissen, Experten des Mayo Clinic Gesundheits-Brief

http://www.topfruechte.de/2009/05/27/naturliche-knorpelstoffe-unterstutzen-den-knorpelaufbau-und-helfen-bei-arthrose/

– 03.06.09, Naturmedizin aktuell, FID-Verlag GmbH, Sylvia Schneider

– www.osteoporose-dop.org. (Der Dachverband DOP vereint unter seinem Dach alle Selbsthilfeorganisationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und ist somit Sprachrohr für mehr als acht Millionen Betroffene. Hier findet eine Vermittlung von Adressen von Osteoporose-Selbsthilfegruppen vor Ort statt.)

de.wikipedia.org/wiki/Calciumcitrat

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/f2/Ca2%2B.svg/42px-Ca2%2B.svg.png

http://de.wikipedia.org/wiki/Osteoporose

de.wikipedia.org/wiki/Milcherzeugnis

– „Biogenes Magnesium und Kalzium – Hoffnung bei Arthrose, Osteoporose, Stress und Altersbeschwerden“, Kompaktratgeber von G. A. Ulmer, Günter Albert Ulmer Verlagboschürt, 54 Seiten

Zusammenfassung:

Bei normaler Mischkost ist heute die Magnesium- und Kalziumversorgung nicht voll gewährleistet. Insbesondere bei Stress, Leistungssport oder krankheitsbedingt steigt der Magnesiumbedarf in der Regel stark an. Magnesium wurde bereits vor längerer Zeit als einer der wichtigsten Mineralstoffe für unsere Gesundheit erkannt. Auch die Energiegewinnung in unserem Körper kann nur bei bestimmten Magnesiumkonzentrationen im Zellinnern erfolgen. Von den 18 Mineralien ist das Magnesium wie der Lehrer in einem Klassenzimmer. Der eine oder andere Schüler kann fehlen, aber der Lehrer darf das nie, sonst ist die Unordnung perfekt. An Magnesium darf es niemals fehlen, weil durch Magnesium das mineralische Gleichgewicht geschaffen wird. Ohne Magnesium kann kein Kalzium verwertet werden. Auch Kalzium spielt in allen Zellen eine lebenswichtige Rolle. Es wirkt knochenaufbauend, denn Kalziumsalze sind für die Festigkeit der harten Gewebe der Knochen und Zähne verantwortlich. Es ist ein wichtiger Bildungsfaktor der Kittsubstanz. Das Skelett dient auch als Kalziumdepot, von dem sich der Körper, je nach Bedarf, selbst bedient. Ergänzende Magnesium-Kalziumzugaben können bei verschiedenen Knochenerkrankungen und auch bei Stressbelastungen eine Hilfe sein. Allerdings dürfen nicht nur die Symptome behandelt werden, sondern es braucht Mut, um die Ursachen ins Auge zu fassen und diese liegen in den weitaus meisten Fällen in einer Versäuerung der Gewebe und dadurch bedingt in einem empfindlichen Mineralmangel.

http://www.topfruechte.de/2009/02/26/osteoporose-saure-industriekost-verursacht-entkalkung-der-knochen/

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