Brustkrebs und Prostatakarzinom – Früherkennungsmethoden auf dem Prüfstand

Einer europaweiten Umfrage im Journal of the National Cancer Institute, 2009; 101: 1216-1220 zufolge, schätzen die meisten Menschen und besonders deutsche Frauen und Männer die Möglichkeiten der Früherkennung von Brustkrebs und Prostatakarzinom als zu positiv ein.

 Dies ist im deutschen Ärzteblatt vom 12. August 2009 zu lesen und wird auch im Newsletter KW 49 -2009  von Herrn Megerle (Topfruits)aufgegriffen.

Grundlage dafür ist u.a. eine in der European Consumer Study 2007 veröffentlichte und von der Gesellschaft für Konsumforschung an 10.200 Verbrauchern in neun europäischen Ländern durchgeführte Befragung. Wie die Gruppe um Gerd Gigerenzer vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung mitteilt, überschätzen 92 Prozent aller befragten Frauen den Nutzen der Mammografie als Mittel zur Vermeidung einer tödlich verlaufenden Brustkrebserkrankung oder sie machten keine Angaben dazu. Gigerenzer führt dies auf eine missverständliche Darstellung der Studienergebnisse in den Medien zurück. Dort werde häufig die relative Risikoreduktion hervorgehoben, der absolute Nutzen aber nicht erwähnt. Eine häufige Aussage sei, dass die Mammografie das Risiko auf einen Brustkrebs um 20 Prozent reduziere. Die Bevölkerung schließe daraus, dass durch die Mammografie 200 von 1.000 Frauen das Leben „gerettet“ werde. Eine krasse Fehleinschätzung, die nur zutreffen würde, wenn ohne Screening alle Frauen am Brustkrebs sterben würden. In Wirklichkeit sind es weniger als ein Prozent. Und in den randomisierten Studien senkte die Mammografie die Brustkrebsmortalität nur von 5,0/1000 auf 3,9/1000 Frauen im Alter von 40 bis 74 Jahren. Sie „rettet“ also letztlich auf tausend Frauen weniger als einer das Leben.

Männer haben ebenfalls Probleme, die Möglichkeiten der Krebsfrüherkennung richtig einzuschätzen. Rund 89 Prozent aller Befragten versprachen sich zu viel vom PSA-Test. In Deutschland glaubt mehr als die Hälfte, dass der Test 10 bis 100 von 1000 Männern das Leben “retten” könnte. In Wirklichkeit sind es weniger als 1 auf 1.000 sein, wenn überhaupt, denn der Wert des PSA-Screenings ist unter Experten weiterhin umstritten. Die Fehleinschätzungen in der Bevölkerung sind umso überraschender als die meisten angaben, ihr Wissen nicht aus den Massenmedien zu beziehen, sondern aus Broschüren von Gesundheitsorganisationen, in Deutschland mit 41 Prozent signifikant häufiger als im europäischen Durchschnitt als Informationsquelle genannt. Lesen Sie im deutschen Ärzteblatt den ausführlichen Artikel zu diesem Thema.

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Auch im Spektrum der Wissenschaft vom 31. August 2009: „PSA-Test ließ Diagnosezahlen dramatisch ansteigen“ ist zu lesen, dass seit Einführung des sogenannten PSA-Tests zur Früherkennung von Prostatakrebs in den Vereinigten Staaten sowohl die Zahl der Untersuchungen als auch der positiven Befunde stark ansteigen würden. Da der Test nicht unumstritten ist, weil er ebenso Karzinome entdeckt, die keine Beschwerden bereiten, sehr langsam wachsen und deshalb auch ohne Behandlung nicht lebensverkürzend wären, sprechen einige Wissenschaftler deshalb bereits von Überdiagnosen, die aufwändige und belastende Therapien für die Patienten nach sich ziehen. Laut der Studie der Mediziner um Gilbert Welch vom US-amerikanischen National Institute of Cancer Research wurden seit dem Beginn der PSA-Untersuchungen 1987 mehr als 1,3 Millionen Männer zusätzlich vorsorglich auf Krebszellen in ihrer Prostata getestet, von denen sich mehr als eine Million anschließend behandeln lassen musste – viele davon ohne akuten Anlass und unnötigerweise, wie die Autoren betonen. Besonders stark stiegen die Testzahlen in den Altersgruppen unter 50 und zwischen 50 und 59 Jahren an. Über den Studienzeitraum hinweg versieben, beziehungsweise verdreifachten sich die vorgenommenen Vorsorgeuntersuchungen.

Der durch den PSA-Test festgestellte Krebsverdacht bestätigt sich durch die anschließende Biopsie des betroffenen Gewebes auch bei wiederholten Versuchen oft jedoch nicht. Werden wiederum Tumorzellen gefunden, folgen meist Therapien, selbst dann, wenn die Möglichkeit besteht, dass sich der Krebs nur langsam ausweiten und während der Lebensspanne der Betroffenen kaum problematisch werden würde. Beides könne die Lebensqualität stark einschränken und bedeute für die Patienten psychische und körperliche Belastungen, ohne dass sich dadurch ihre Lebenserwartung verlängerte, so Gilbert und seine Kollegen.

Angesichts des zweifelhaften Nutzens großflächiger PSA-Screenings bei allen Männern ohne Hinweise auf eine tatsächliche Erkrankung zahlen die deutschen Krankenkasse das Screening bislang nicht und ist es kein Bestandteil des gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramms.

Der PSA-Test misst die Konzentration des in der Vorsteherdrüse gebildeten Prostata-spezifischen Antigens (PSA) im Blut. Bei älteren Männern sind bösartige Zellen in der Prostata allerdings weit verbreitet: Bei mehr als der Hälfte der über 60-Jährigen und bis zu 80 Prozent der über 80-Jährigen enthält die Vorsteherdrüse Krebszellen – viele der Tumore führen wegen ihres langsamen Wachstums jedoch nicht zum Tod der Betroffenen.

Dr. Heike Jürgens

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Quellen/weiterführende Literatur:

http://www.aerzteblatt.de/v4/news/newsdruck.asp?id=37691

http://www.gfk-verein.org

http://www.wissenschaft-online.de/artikel/1006412

Welch, G. et al.: Prostate Cancer Diagnosis and Treatment After the Introduction of Prostate-Specific Antigen Screening: 1986–2005. In: Journal of the National Cancer Institute 101, S. 1–5, 2009.

http://de.wikipedia.org/wiki/Prostataspezifisches_Antigen

http://www.topfruechte.de/2009/09/15/sekundare-pflanzenstoffe-des-granatapfels-wirken-gegen-krebs/#more-165

– http://www.topfruechte.de/2008/04/22/tumorzellen-beeintrachtigen-unser-immunsystem/

http://www.topfruechte.de/2009/03/24/neues-aus-der-krebsforschung-umstrittene-wirkung-von-angiogenese-hemmern/#more-126

http://www.topfruechte.de/2009/03/12/wirkungsmechanismen-von-polyphenole-bei-der-krebspravention/#more-131

– “Der Granatapfel-wirkungsvolle Ernährungstherapie für Herz, Gefäße, Prostata und allgemeine Zellgesundheit” 2007, Natürlich Gesund e.V, herausgegeben vom Verband für Ganzheitliche Gesundheitsberatung e. V., Fachratgeber

Zusammenfassung:

Der neue 60-seitige, vierfarbige Ratgeber „Granatapfel“ stellt den gesamten Themenbereich des Granatapfels gut verständlich vor und gibt einen umfassenden Überblick zu Wirkspektrum und Anwendungsmöglichkeiten: einfach und praxisorientiert, wissenschaftlich korrekt unter Berücksichtigung von etwa 200 Studien. Danach bekämpft der Granatapfelsaft Herz-Kreislauf-Erkrankungen und senkt den Blutdruck. Der auch für Diabetiker gesunde Saft verbesserte deutlich die Durchblutung des Herzmuskels bei Patienten mit Koronarer Herzkrankheit und reduzierte Ablagerungen und Verkalkungen in der Halsschlagader. Er kann Magengeschwüre, Entzündungsprozesse und Gelenkbeschwerden bei Arthritis lindern, dem Alterungsprozess der Zellen entgegen wirken, die Entwicklung von Alzheimer-Demenz hemmen und Erektionsstörungen im Alter verringern. Die Ärztezeitschrift Medical Tribune fasste es in einer Schlagzeile zusammen: „Granatapfel schützt Herz und Penis“. Die sehr positiven Ergebnisse einer klinischen Studie mit Prostatakrebs-Patienten und neue präklinische Erkenntnisse zum fortgeschrittenen Prostatakrebs erwecken mit Recht Hoffnung. Andere Studien weisen dem Granatapfel eine vielversprechende Wirkung gegen Lungenkrebs, Darmkrebs, Hautkrebs und Brustkrebs nach. Diese Wirkungen hängen allerdings ab von einer ausreichenden Konzentration der Wirkstoffe (Polyphenole). Davon sollten täglich mindestens ca. 500 mg verzehrt werden, wobei die lebendfermentierten Granatapfel-Polyphenole eine höhere Bioaktivität haben.

“Granatapfel – Frucht der Götter – Ratgeber” von Dr. Stefanie Grabhorn, ca. 160 Seiten, mit vielen Fotografien, Joy Verlag

Zusammenfassung:

Granatapfel – Frucht der Götter – Heilwirkung, Anwendungen, Tipps und Rezepte – Der Granatapfel sowie Granatapfelprodukte verfügen über eine große Menge an lebenswichtigen Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen, Fettsäuren und sekundären Pflanzenstoffen. Am meisten beeindruckt der enorme Gehalt an hochwirksamen bioaktiven Substanzen, die dem Granatapfel seine einzigartige antioxidantive Kraft verleihen. Granatapfel – Frucht der Götter ist ein Ratgeber über die außergewöhnlichen Heilkräfte und Anwendungsmöglichkeiten dieser Frucht, der auch aphrodisische Wirkungen nachgesagt werden. Zusätzlich enthält das wunderschön bebilderte Buch Rezepte zu köstlichen und leicht nachzukochenden Gerichten und Desserts. Aphrodite bittet zu Tisch. Der hohe Gehalt der medizinisch erforschten Wirkstoffe des Granatapfels hilft: • das Immunsystem zu stärken • unsere Körperzellen zu schützen • Freie Radikale unschädlich zu machen • Entzündungen vorzubeugen und zu behandeln • vorzeitigen Alterungsprozessen vorzubeugen • Herz und Prostata zu schützen

– “Das Anti – Krebs Buch, Gesund bleiben mit natürlichen Mitteln” von Servan Schreiber, 360 Seiten gebunden,Verlag Antje Kunstmann

Das Anti-Krebs Buch - Servan Schreiber - gesund bleiben mit natürlichen Mitteln

Zusammenfassung:

Als bei David Servan-Schreiber vor 15 Jahren ein Gehirntumor diagnostiziert wurde, schöpfte der ehrgeizige junge Hirnforscher zunächst alle Methoden der Schulmedizin aus, um wieder gesund zu werden. Erst nach einem Rückfall begann er sich zu fragen, was er selbst, was sein Lebensstil zur Heilung beitragen könnte und vertiefte sich ebenso gründlich in die neuesten Erkenntnisse der Forschung zu alternativen Behandlungsansätzen. Was er herausgefunden hat, kommt »einer wissenschaftlichen Revolution« (Le Figaro) gleich, wenngleich viele der Informationen von ganzheitlich arbeitenden Krebsärzten schon vor Jahrzehnten gegeben wurden. Das “Antikrebs Buch” von Servan Schreiber zeigt auf, nicht unsere Gene sind für den Ausbruch der Krankheit entscheidend, sondern das Umfeld, das die Krebszellen in unserem Körper vorfinden. Gelingt es, ihnen die Versorgungslinien abzuschneiden und die natürlichen Abwehrkräfte des Körpers zu mobilisieren, wird ihr Wachstum verhindert oder gebremst. Inzwischen ist wissenschaftlich bewiesen, wie wir durch bestimmte pflanzliche Wirkstoffe, durch Ernährung und eine Veränderung des Lebensstils die »natural killers« des Immunsystems gezielt und wirksam unterstützen können. In einzigartiger Weise verbindet Servan-Schreiber persönliche Erfahrung und Forschungsreport, leicht verständliche medizinische Erklärungen und praktische Ratschläge zu einem »Anti-Krebsbuch« par excellence: unverzichtbar zur Vorbeugung wie Nachsorge, für Kranke wie Gesunde. Über den Autor David Servan-Schreiber, Neurowissenschaftler und Psychiater, erhielt seine wissenschaftliche Ausbildung in Amerika, wo er bei dem Nobelpreisträger Herbert Simon promovierte. In Pittsburgh gründete er das »Center for Complementary Medizin«, das er bis heute leitet.

– “Krebszellen mögen keine Himbeeren, Nahrungsmittel gegen Krebsvon Prof. Dr. med. Richard Béliveau/ Dr. med. Denis Gingras, 216 Seiten, Kösel Verlag, München 2007

Krebszellen mögen keine Himbeeren - Beliveau/Gingras - (Kurkuma, Grüntee etc.)

Dieses Buch präsentiert die aufsehenerregenden Erkenntnisse zweier Molekularmediziner. Auf biochemischer Ebene haben sie den genauen Zusammenhang zwischen Ernährung und Krebs erforscht und können für Erkrankte sowie in der Vorbeugung erstmals verlässliche Anhaltspunkte für die tägliche Ernährung vermitteln. Ihre Untersuchungen zeigen zweifelsfrei, dass der Verzehr von ganz bestimmtem Obst und Gemüse ein Schlüsselfaktor zur Reduzierung des Krebsrisikos ist und sogar Mikrotumore auflösen kann. Außer Obst und Gemüse gehören zur optimalen Ernährung beispielsweise auch grüner Tee, Rotwein, Kurkuma oder Schokolade, die allesamt beachtliche Mengen krebshemmender Inhaltsstoffe besitzen. Diese und weitere geeignete Nahrungsmittel werden im vorliegenden Buch konkret erläutert. Ein anschauliches Informations- und Selbsthilfebuch mit vielen praktischen Tipps für den Alltag.

– “Vitalstoffe gegen Krebs”, Was leisten Antioxidantien – Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente?“, Ralf Reglin-Verlag, 1998, 78 Seiten

Über die Autoren:

Dr. rer. nat. Susanne Krämer, Jahrgang 1965 hat im Fach Immunbiologie an der Universität in Würzburg promoviert. Sie ist Mitglied der Klinischen Forschergruppe LMU-Klinikum Großhadern München (Gentheraoie in der Onkologie) und hat eine Ausbildung zur Fachredakteurin durchlaufen. Heute arbeitet sie als freie Biologie- und Medizinjournalistin für verschiedene Fachzeitschriften. Dr. rer. nat. Rudolf Kunze, Jahrgang 1947 ist ebenfalls Naturwissenschaftler und hat an der Akademie der Wissenschaften in Berlin promoviert. Er hat als wissenschaftlicher Assistent im Institut für experimentale Pharmakologie an der Charite in Berlin gearbeitet und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Robert-Koch-Institut des Bundesgesundheitsamtes in Berlin und ist hier u. a. in der Aids-Forschung tätig. Er hat über 80 wissenschaftliche Publikationen geschrieben und ist seit 1989 geschäftsführender Gesellschafter der IMTOX, Privatinstitut für Immunbiologische Forschung GmbH, Berlin.

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